Zum Inhalt springen
TREASUREAUSZAHLUNG
Zum AnbieterAnzeige
Rechtslage · Stand 05.10.2026

Casino-Gewinne versteuern? Regeln in Deutschland

Norm mit Wortlaut und Primärquelle; keine Rechtsberatung.

Quellen →

Muss man Casino-Gewinne versteuern? Belegt ist mit Primärquelle nur die Poker-Entscheidung des Bundesfinanzhofs (Pressemitteilung Nr. 031/23 vom 29.06.2023, Urteil X R 8/21): Bei Freizeit- und Hobbyspielern haben „Gewinne –und auch Verluste– keine steuerliche Auswirkung“; wer systematisch auf Einkünfte abzielt, kann gewerbliche, einkommensteuerpflichtige Einkünfte erzielen. Die 5,3 % Virtuelle Automatensteuer nach dem Rennwett- und Lotteriegesetz zahlt laut Gesetz der Veranstalter, nicht der Spieler. Eine pauschale Aussage „Casino-Gewinne sind steuerfrei“ belegt keine Primärquelle, deshalb treffen wir sie nicht. Stand: 06.10.2026.

Wichtig: Dies ist keine Steuerberatung. Bei einem konkreten Fall, etwa einem hohen Gewinn oder regelmäßigem Spiel mit Einkünfteabsicht, wenden Sie sich an eine Steuerberaterin oder einen Steuerberater, eine Verbraucherzentrale oder eine Anwältin bzw. einen Anwalt.

Jonas Wehner
Jonas WehnerRedakteur · Quellen und Recherche · Stand 05.10.2026 · Autorenseite

Rechtsgrundlage

Tabelle seitlich verschieben →

NormRegelWortlautPrimärquelleAbruf
Bundesfinanzhof – Pressemitteilung Nr. 031/23 vom 29.06.2023Besteuerung von Spielgewinnen (Poker)„Gewinne –und auch Verluste– keine steuerliche Auswirkung haben“bundesfinanzhof.de06.10.2026
Rennwett- und Lotteriegesetz (RennwLottG) § 36Virtuelle Automatensteuer: Gegenstand„die zur Entstehung des Spielvertrages erforderlichen Handlungen im Geltungsbereich dieses Gesetzes“gesetze-im-internet.de06.10.2026
Rennwett- und Lotteriegesetz (RennwLottG) §§ 37–39Virtuelle Automatensteuer 5,3 %„Die Virtuelle Automatensteuer beträgt 5,3 Prozent der Bemessungsgrundlage nach § 37.“gesetze-im-internet.de06.10.2026

Wortlaut wörtlich aus der Primärquelle zum Abrufdatum; keine Rechtsberatung. Bei konkreten Fragen helfen Verbraucherzentrale oder eine Anwältin bzw. ein Anwalt.

Muss man Casino-Gewinne versteuern?

Es kommt darauf an, wie gespielt wird. Der einzige höchstrichterliche Satz in unserer Quellenbasis betrifft Poker: Der Bundesfinanzhof hat 2023 entschieden, dass auch Gewinne aus dem Online-Pokerspiel der Einkommensteuer unterliegen können. Entscheidend ist laut Pressemitteilung, ob jemand als Freizeit- und Hobbyspieler spielt oder planmäßig auf Einkünfte ausgerichtet. Im ersten Fall bleibt Poker eine private Tätigkeit ohne steuerliche Auswirkung, im zweiten können gewerbliche Einkünfte entstehen.

Wo die Grenze im Einzelfall liegt, beantwortet die Pressemitteilung nicht mit einer festen Zahl, und wir nennen deshalb auch keine. Für die meisten anderen Spielarten gibt es keine ausdrückliche Aussage einer Behörde oder eines Gerichts, die wir zitieren können.

Online-Casino-Gewinne: Slots und Roulette

Für reine Glücksspiele wie Slots oder Roulette liegt uns kein ausdrücklicher Satz des Bundesfinanzministeriums oder des Bundesfinanzhofs vor. Im Netz verbreitet ist die These, solche Gewinne seien für Privatspieler einkommensteuerfrei, weil sie unter keine Einkunftsart fallen. In unserer Quellenprüfung (Stand 06.10.2026) ist sie als nicht verifiziert vermerkt: Sie stammt aus einer Sekundärquelle, ein amtlicher Wortlaut wurde nicht gefunden. Wir schreiben deshalb weder, dass Online-Casino-Gewinne steuerfrei sind, noch das Gegenteil; belegt ist nur, dass der Bundesfinanzhof im Urteil X R 8/21 Poker von reinen Glücksspielen abgrenzt.

Eine eigene Frage betrifft Spieler, die Verluste bei einem Anbieter zurückfordern, der keine deutsche Erlaubnis hat: Ob dann auch Gewinne zurückzuzahlen sind, wird in Foren häufig gefragt. Für die steuerliche Einschätzung der eigenen Situation ist eine Steuerberaterin oder ein Steuerberater zuständig.

Virtuelle Automatensteuer: 5,3 % zahlt der Veranstalter

Häufig verwechselt wird die Einkommensteuer des Spielers mit der Virtuellen Automatensteuer. Nach § 36 Rennwett- und Lotteriegesetz (RennwLottG) sind Online-Nachbildungen von Automatenspielen steuerpflichtig, wenn der Veranstalter seinen Sitz im Inland hat oder der Spieler die zur Entstehung des Spielvertrages erforderlichen Handlungen im Geltungsbereich des Gesetzes vornimmt, also zum Beispiel von Deutschland aus spielt. Steuer- und Lizenzfrage hängen damit zusammen: Ob ein Spielvertrag mit Inlandsbezug besteht und das Angebot überhaupt erlaubt ist, erklärt unsere Seite zur Casino-Lizenz in Deutschland (Stand des § 36 RennwLottG: abgerufen am 06.10.2026).

Laut § 38 RennwLottG beträgt die Virtuelle Automatensteuer 5,3 Prozent der Bemessungsgrundlage nach § 37, also des geleisteten Spieleinsatzes abzüglich der Steuer selbst. Steuerschuldner ist nach § 39 RennwLottG der Veranstalter. Sie als Spieler müssen diese Steuer weder erklären noch abführen; sie betrifft Einsätze, nicht Ihre Auszahlung. Ob und wie ein Anbieter sie in seinem Angebot berücksichtigt, regeln die Paragrafen nicht; dazu machen wir keine Angabe. Wortlaut und Links zum Gesetzestext stehen unten im Abschnitt „Rechtsgrundlage“.

Mit einem Steuerabzug bei der Auszahlung werden oft die Gebühren bei der Casino-Auszahlung verwechselt: Laut unseren Daten (Stand 05.10.2026) erheben Boomerang, Wazamba und Cobra keine Auszahlungsgebühren, 7Bit nennt in seiner FAQ geringe Gebühren, SkyCrown berechnet Kosten, wenn die Einzahlung nicht mindestens dreimal umgesetzt wurde.

Krypto-Casino-Gewinne versteuern

Krypto-Auszahlungen im Casino sind in den Quellen für mehrere Marken auf dieser Seite belegt. Laut unseren Daten (Stand 05.10.2026) führt die AskGamblers-Auszahlungsliste bei Boomerang Casino Bitcoin, Ethereum, Litecoin, Ripple, Bitcoin Cash, Tether, USD Coin und DAI; bei Cobra Casino ist die Auszahlung laut Zahlungsseite nur für BTC, BCH, ETH und LTC belegt, bei 7Bit Casino laut AskGamblers für BTC, LTC, BNB, ETH, DOGE und BCH. Zeitangaben für Krypto nennen die Quellen nur bei SkyCrown, Cobra und 7Bit, für Boomerang und Wazamba gibt es keine Angabe.

Für Gewinne, die in Kryptowährung ausgezahlt werden, enthält unsere Quellenbasis keine eigene Norm und kein eigenes Urteil; für den Spielgewinn gilt derselbe Stand wie oben. Ob Wertveränderungen der Coins nach der Auszahlung steuerlich eine eigene Frage sind, klärt keine der zitierten Quellen; dafür ist eine Steuerberaterin oder ein Steuerberater zuständig.

Gewinne nachweisen: was Sie aufbewahren können

Unabhängig von der Steuerfrage ist es sinnvoll, Ein- und Auszahlungen nachvollziehbar zu halten: Kontoauszüge oder Wallet-Belege mit Datum und Betrag, die Transaktionsübersicht im Casino-Konto und Bestätigungen abgeschlossener Auszahlungen. Diese Unterlagen helfen, wenn eine Bank nach der Herkunft einer größeren Gutschrift fragt oder eine Steuerberaterin bzw. ein Steuerberater Ihre Situation einschätzen soll. Einen Kontoauszug verlangen manche Casinos laut mehreren Spielerberichten schon früher, nämlich bei der Verifizierung im Online-Casino vor der ersten Auszahlung.

  • Datum, Betrag und Zahlungsmethode jeder Einzahlung und Auszahlung
  • Name des Anbieters und, falls angegeben, Lizenzangaben
  • Bestätigungen des Casinos über ausgezahlte Beträge

Eine Pflicht zur Aufbewahrung für Privatspieler leiten wir aus den hier zitierten Quellen nicht ab; die Liste ist eine praktische Empfehlung, keine Rechtsauskunft.

Quellen

Die Werte dieser Seite stammen aus diesen Quellen (Stand der Erfassung: 05.10.2026).

askgamblers.com · cobracasino.com · 7bitcasino.com

Kurze Antworten

Häufige Fragen

Muss man Casino-Gewinne in Deutschland versteuern?

Bei Poker kommt es laut Bundesfinanzhof (Pressemitteilung Nr. 031/23) darauf an, ob Sie als Hobbyspieler oder systematisch mit Einkünfteabsicht spielen. Für Slots und Roulette liegt uns kein amtlicher Satz vor. Im Einzelfall: Steuerberatung.

Sind Online-Casino-Gewinne steuerfrei?

Diese verbreitete Aussage können wir mit keiner Primärquelle belegen und treffen sie daher nicht. Stand 06.10.2026.

Was ist die Virtuelle Automatensteuer von 5,3 %?

Laut §§ 37–39 RennwLottG beträgt sie 5,3 Prozent des geleisteten Spieleinsatzes abzüglich der Steuer selbst. Steuerschuldner ist der Veranstalter, nicht der Spieler.

Muss ich Krypto-Casino-Gewinne versteuern?

Unsere Quellenbasis nennt dafür keine eigene Norm; es gilt derselbe Stand wie für andere Gewinne.

Ab welchem Betrag muss man Casino-Gewinne versteuern?

Eine Betragsgrenze nennen die zitierten Quellen nicht. Der Bundesfinanzhof stellt bei Poker darauf ab, ob jemand als Hobbyspieler oder systematisch mit Einkünfteabsicht spielt, nicht auf eine Summe.

Gilt das Poker-Urteil auch für Slots?

Das Urteil X R 8/21 betrifft Online-Poker und grenzt Poker von reinen Glücksspielen ab. Eine Übertragung auf Slots nehmen wir ohne Primärquelle nicht vor.

Weiter vergleichen

Weitere Themen

Die anderen Vergleiche und alle Profile auf einen Blick.

Glücksspiel ab 18 Jahren. Glücksspiel kann süchtig machen. Hilfe und Beratung: BIÖG 0800 1 37 27 00 (kostenlos) · Sperrsystem OASIS.